Wald und Forstwirtschaft in Bayern
Pressemitteilungen, Veranstaltungen und Neues aus dem Staatsministerium
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StMELF Pressemitteilungen 2026
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Bauernhofgastronomie in Bayern: Regionaler Genuss stärkt Landwirtschaft und Tourismus
(9. August 2026) München – Ob Frühstück auf dem Bauernhof, selbst gebackener Kuchen im Hofcafé oder regionale Spezialitäten direkt vom Erzeuger: Die Bauernhofgastronomie verbindet Landwirtschaft, Genuss und Gastfreundschaft auf besondere Weise. Sie schafft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe, stärkt die regionale Wertschöpfung und macht Bayern als Tourismusland noch attraktiver. Erst kürzlich wurde beim ersten Bayerischen Tag der Bauernhofgastronomie deutlich, wie viel Potenzial in der Verbindung von Landwirtschaft und Gastronomie steckt. Bauernhofgastronomen, Landwirtinnen und Landwirte sowie Netzwerkpartner diskutierten über nachhaltige Produktion, digitale Innovationen und kreative Vermarktungskonzepte. Ob neue Hofgastronomie-Angebote, kreative Speisekonzepte oder der Einsatz Künstlicher Intelligenz – moderne Ideen helfen den Betrieben, neue Zielgruppen zu erreichen, zusätzliche Wertschöpfung zu schaffen und ihre Höfe zukunftsfähig aufzustellen. "Gerade in der Sommer- und Ferienzeit lohnt sich ein Ausflug aufs Land ganz besonders. Bauernhof und Genuss passen einfach zusammen. Vom Stall oder vom Feld direkt auf den Teller – das ist gelebte Regionalität. Wer auf einem Bauernhof einkehrt, genießt nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern erlebt auch die Menschen, die mit Leidenschaft dahinterstehen.", sagte Bayerns Landwirtschafts- und Tourismusministerin Michaela Kaniber. Bauernhofgastronomien seien wichtige Treffpunkte im ländlichen Raum und machten regionale Lebensmittel unmittelbar erlebbar. Der Freistaat unterstützt Landwirtinnen und Landwirte seit Jahren dabei, ihre Betriebe um gastronomische Angebote zu erweitern. Mehr als 300 Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter haben bereits Seminare zur Betriebszweigentwicklung besucht und sich so auf den Aufbau oder die Weiterentwicklung einer Bauernhofgastronomie vorbereitet. Darüber hinaus gibt es in Bayern 135 Bauernmärkte sowie rund 8.800 direktvermarktende Betriebe, die regionale Lebensmittel direkt zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern bringen. Damit stärken sie die Nahversorgung im ländlichen Raum, schaffen zusätzliche Wertschöpfung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssouveränität. "Unsere Bauernhöfe sind weit mehr als Orte der Lebensmittelproduktion. Sie sind lebendige Begegnungsorte und zeigen, wie eng Landwirtschaft, Heimat und Genuss zusammengehören. Wer regionale Produkte direkt auf dem Hof genießt, stärkt unsere bäuerlichen Familienbetriebe und hält die Wertschöpfung in der Region. Davon profitieren die Menschen vor Ort genauso wie unsere Gäste", sagte Kaniber. Auch für das Tourismusland Bayern spielt die Bauernhofgastronomie eine wichtige Rolle. Authentische regionale Küche, persönliche Begegnungen und hochwertige Lebensmittel aus der Region gehören für viele Urlauber zu einem gelungenen Aufenthalt. "Unsere Gäste suchen echte Erlebnisse. Genau dafür steht die Bauernhofgastronomie. Sie verbindet Genuss, Gastfreundschaft und Heimat auf einzigartige Weise und macht Bayern als Urlaubsland noch unverwechselbarer", so die Ministerin. -
Trockenheit wird zur Daueraufgabe – Bayern forscht längst an den Lösungen – Ministerin Kaniber: "Wir bringen Forschung vom Versuchsfeld direkt auf die Höfe, in die Weinberge und in die Wälder"
(9. August 2026) München – Weniger Niederschlag, längere Hitzeperioden und immer häufigere Wetterextreme verändern die Land- und Forstwirtschaft in Bayern nachhaltig. Während Trockenheit vielerorts bereits zur Daueraufgabe geworden ist, arbeitet der Freistaat längst an den Lösungen. Im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus entwickeln die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, das Amt für Waldgenetik sowie die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau gemeinsam mit Betrieben aus der Praxis neue Wege für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser und die Anpassung an den Klimawandel. "Wir können es nicht regnen lassen. Aber wir können dafür sorgen, dass unsere Landwirtschaft, unsere Wälder und unsere Kulturlandschaft mit Trockenheit besser zurechtkommen. Genau deshalb forschen wir in Bayern nicht erst seit diesem Sommer: an Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen, an Böden, die Wasser länger halten, an einer klugen Bewässerung und an Wäldern, die Hitze und Dürre besser verkraften. Unser Anspruch ist klar: Was unsere Forscher entwickeln, muss draußen auf dem Acker, im Weinberg und im Wald helfen", sagte Bayerns Landwirtschafts- und Forstministerin Michaela Kaniber. Forschung dort, wo Trockenheit besonders spürbar ist Wie diese Forschung aussieht, zeigt beispielhaft das Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen in Schwarzenau im Landkreis Kitzingen. An einem der trockensten und wärmsten Standorte Bayerns untersucht die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, wie sich Erträge trotz knapper werdender Wasserressourcen sichern lassen. Im Mittelpunkt stehen neue Kulturarten und Sorten, wassersparende Anbauverfahren, angepasste Fruchtfolgen sowie moderne digitale Technologien. Drohnen, Satellitendaten und Sensortechnik liefern dabei wertvolle Erkenntnisse für eine präzisere Bewirtschaftung. So erprobt die Landesanstalt neue Kulturen wie Erdnuss, Augenbohne, Kichererbse oder Schwarzkümmel. Zudem werden Agroforstsysteme getestet, die Wasser länger in der Landschaft halten, den Boden schützen und die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen erhöhen. Gemeinsam mit Praxisbetrieben werden die Verfahren unter realen Bedingungen getestet und anschließend in die Beratung übernommen. Schwarzenau steht dabei beispielhaft für den bayerischen Weg. Hier werden keine Lösungen am Reißbrett entwickelt, sondern gemeinsam mit den Betrieben. Was sich in der Praxis bewährt, soll dann den Landwirtinnen und Landwirten möglichst schnell zugutekommen. Jeder Tropfen Wasser soll optimal genutzt werden Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), im Hitze- und Trockenheitshotspot Unterfranken angesiedelt, arbeitet seit vielen Jahren an innovativen Lösungen für zunehmend trockene und heiße Vegetationsperioden. So werden Kulturpflanzen wie zum Beispiel neue Silvanerklone mit hoher Wassernutzungseffizienz in fränkischen Weinbergen geprüft. Leistungsfähige Wurzelsysteme, welche die geringen Wasservorräte im Boden erschließen sowie Anbauverfahren, die wenig Wasser verbrauchen, stehen im Mittelpunkt. Ergänzt werden die Entwicklungen durch moderne digitale Mess-, Steuerungs- und Prognosesysteme, um Wassergaben gezielt und sparsam am tatsächlichen Wasserbedarf der Kulturpflanzen im Obst- und Weinbau auszurichten. Jeder Aspekt des Themas Wasser gilt es zu bearbeiten. So werden Alternative Wasserquellen wie kommunales Grauwasser für die Bewässerung von urbanen Grünanlagen geprüft. Ebenso kommen Agri-Photovoltaik-Systemen zum Einsatz, die eine kombinierte Erzeugung erneuerbarer Energie und die Beschattung hitzeexponierter Kulturpflanzen ermöglichen. Den Wald der Zukunft heute entwickeln Auch Bayerns Wälder müssen sich an veränderte Klimabedingungen anpassen. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Amt für Waldgenetik untersuchen daher, welche Baumarten künftig besonders geeignet sind. Sie liefern wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zum Anbau neuer Baumarten, wie z. B. Baumhasel oder Atlaszeder. Zusätzlich können Waldbesitzer neue Baumarten über Praxisanbauversuche testen, hierfür erhalten sie neun Euro pro Pflanze und die Aussicht auf einen neuen, klimastabilen Wald. Die Anbauversuche werden wissenschaftlich begleitet und die Forschungsergebnisse fließen unmittelbar in den klimaangepassten Waldumbau ein. Digitale Werkzeuge wie der WaldDürreMonitor Bayern unterstützen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei, die Wasserversorgung ihrer Wälder besser einzuschätzen und Maßnahmen wie die Bewässerung von Forstkulturen oder den Einsatz von Forstmaschinen gezielt zu planen. Der Freistaat Bayern richtet seine Ressortforschung konsequent auf die Herausforderungen des Klimawandels aus. Der aktuelle Ressortforschungsrahmen setzt Schwerpunkte bei Klimaanpassung, Ressourceneffizienz, Biodiversität und Wettbewerbsfähigkeit. Neue Forschungsvorhaben werden gezielt gefördert und eng mit Beratung und Bildung verzahnt. So gelangen neue Erkenntnisse schneller in die land- und forstwirtschaftliche Praxis. -
Zweite Borkenkäfer-Generation steht kurz vor dem Ausflug – Forstministerin Kaniber: "Jetzt intensiv Bohrmehl suchen und befallene Bäume aufarbeiten!"
(7. August 2026) München - Die zweite Borkenkäfer-Generation steht in den Startlöchern. Forstministerin Kaniber ruft deshalb alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer auf, ihre Bestände jetzt besonders aufmerksam zu kontrollieren: "Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen viele Fichten unter Stress und machen sie anfällig für den Borkenkäfer. Jetzt entscheidet sich, ob wir neue Schäden frühzeitig verhindern können." Besonders gefährdet sind derzeit das südliche Schwaben, das tertiäre Hügelland entlang der Donau sowie das westliche Unterfranken. Dort erwartet die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft den Ausflug der zweiten Borkenkäfergeneration bereits in den kommenden Tagen. In den übrigen Regionen Bayerns wird er spätestens in der zweiten Augusthälfte einsetzen. Die Schadholzmengen und auch die Fangzahlen des Borkenkäfermonitorings liegen derzeit zwar auf vergleichsweise niedrigem Niveau, Entwarnung gibt es aber keineswegs . Kaniber betont: "Wer jetzt regelmäßig nach Bohrmehl sucht und befallene Bäume konsequent entfernt, kann größere Schäden verhindern. Die kommenden Wochen sind entscheidend für den Schutz unserer Wälder." Frischen Käferbefall erkennen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer vor allem an braunem, kaffee-pulverartigem Bohrmehl auf den Rindenschuppen oder der Bodenvegetation. Weitere Anzeichen sind rötlichverfärbte Baumkronen oder abplatzende Rindenstücke. Wer unsicher ist, sollte die Rinde vorsichtig anheben: Sind darunter Käfer oder Brutgänge zu erkennen, muss schnell gehandelt werden. Befallene Bäume müssen entfernt werden, bevor die neue Käfergeneration ausfliegt. Das Holz sollte entweder zügig aus dem Wald abgefahren oder mindestens 500 Meter vom nächsten Fichtenbestand entfernt gelagert werden. Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützen und beraten die Waldbesitzer bei der Borkenkäferbekämpfung. Für die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung erhalten Waldbesitzer 10 Euro pro Festmeter, bei aufwendigerer Aufarbeitung im Schutzwald bis zu 30 Euro pro Festmeter. -
Während Deutschland über Trockenheit diskutiert, geht Bayern bereits konkrete Lösungen an - Kaniber: "Schwammregionen machen Bayern widerstandsfähiger"
(7. August 2026) München – Während in ganz Deutschland über die Folgen der anhaltenden Trockenheit diskutiert wird, geht Bayern bereits konkrete Lösungen an. Mit dem Aktionsprogramm „Schwammregionen in Bayern“ entwickelt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gemeinsam mit Kommunen, der Land- und Forstwirtschaft sowie vielen weiteren Partnern Maßnahmen, um Regenwasser künftig dort zu halten, wo es fällt – in Böden, Wäldern, Wiesen und Gewässern, statt es ungenutzt abfließen zu lassen. So entstehen widerstandsfähige Landschaften, die Trockenheit ebenso besser verkraften wie Starkregen. "Der Klimawandel verlangt von uns kluge Antworten. Wir können den Regen nicht bestellen – aber wir können dafür sorgen, dass das Wasser nicht ungenutzt abfließt. Jede Landschaft, die Wasser besser speichern kann, schützt uns gleichzeitig vor Trockenheit und vor Starkregen. Genau dafür stehen unsere Schwammregionen", betont die Ministerin für ländliche Räume, Michaela Kaniber. Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei die Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Sie bringt Gemeinden, Grundstückseigentümer, Landwirte, Waldbesitzer, Fachbehörden und Verbände zusammen, moderiert den gemeinsamen Planungsprozess und begleitet die Regionen dabei, passgenaue Lösungen für mehr Wasserrückhalt zu entwickeln und umzusetzen. Die zehn ausgewählten Modellregionen werden über fünf Jahre professionell begleitet. Gemeinsam entstehen Maßnahmen, die auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort zugeschnitten sind. Bestehende Fördermöglichkeiten sollen dabei gezielt genutzt und gute Ideen möglichst rasch in konkrete Projekte überführt werden. Das Aktionsprogramm verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehören unter anderem wasserspeichernde Bewirtschaftungsformen in der Land- und Forstwirtschaft, natürliche Rückhalteräume, Hecken und Feldgehölze, naturnahe Gewässer sowie eine wassersensible Gestaltung von Dörfern und Städten – etwa durch Entsiegelung, Dachbegrünung oder die Nutzung von Regenwasser. Viele dieser Maßnahmen fördern zugleich die Grundwasserneubildung, verbessern den natürlichen Hochwasserschutz, stärken die Artenvielfalt und helfen, fruchtbare Böden zu erhalten. "Kein Einzelner kann die Folgen des Klimawandels allein bewältigen. Erfolgreich sind wir dann, wenn Gemeinden, Landwirte, Waldbesitzer, Behörden und Bürger an einem Strang ziehen. Gute Lösungen entstehen nicht am Reißbrett, sondern gemeinsam vor Ort", so Kaniber. Das Aktionsprogramm baut auf den Erfahrungen der Initiative boden:ständig auf. Ziel ist es, Wasser länger in der Fläche zu halten, Hochwasserspitzen abzuflachen, die Grundwasserneubildung zu fördern und Landschaften insgesamt widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Kaniber abschließend: "Schwammregionen sind gelebte Klimaanpassung. Sie verbinden Natur-, Boden- und Hochwasserschutz mit einer starken Land- und Forstwirtschaft sowie lebenswerten Dörfern. So gestalten wir unsere Heimat Schritt für Schritt widerstandsfähiger – gemeinsam mit den Menschen vor Ort."